Über das Unternehmen
Die botiss biomaterials GmbH mit Sitz in Zossen bei Berlin entwickelt, produziert und vertreibt Biomaterialien für die orale Hart- und Weichgeweberegeneration: Knochenersatzmaterialien, Kollagenmembranen und Weichgewebeprodukte, die Implantologen, Parodontologen und Kieferchirurgen weltweit einsetzen. Seit der Gründung im Jahr 2009 hat sich botiss zu einem der führenden Anbieter seines Feldes entwickelt. Das botiss-Regenerationssystem ist über ein globales Netzwerk aus Distributionspartnern in über 100 Ländern verfügbar, Forschung und Produktion finden in Deutschland, Österreich und Großbritannien statt. Rund die Hälfte der über 120 Mitarbeitenden sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – ein Profil, das auch die Marke prägt: Mit der botiss academy und der internationalen Kongressreihe bone & tissue days positioniert sich das Unternehmen als Bildungs- und Forschungspartner der Zahnmedizin, unter dem Versprechen „Regeneration. Next. Dimension.“
Der nächste Schritt in der KI-Strategie
Bei botiss ist Künstliche Intelligenz Chefsache. Firmengründer und CEO Oliver Bielenstein treibt das Thema als strategischen Baustein voran, und Head of Marketing Henning Dencks gab den Anstoß, es systematisch aufzusetzen: mit einem gemeinsamen Fundament für alle statt vieler paralleler Einzelinitiativen.
Das Ziel war klar umrissen: ein einheitliches KI-Grundverständnis über alle Bereiche hinweg, eine gemeinsame Sprache zwischen den Abteilungen und konkrete Anwendungsfälle, die im Arbeitsalltag tragen. Inhaltlich standen drei Felder im Vordergrund, die das Team gezielt vertiefen wollte: Prozessoptimierung und Automatisierung über Abteilungsgrenzen hinweg, Wissensmanagement sowie die Zusammenarbeit zwischen Marketing und Produktmanagement – den beiden Bereichen, die gemeinsam die Kommunikation in Richtung Kliniker und Distributoren steuern.
Als Hersteller von Medizinprodukten unterliegt botiss zudem strengen regulatorischen Standards, jede Produktaussage muss belegbar sein. KI sollte deshalb nicht nur Tempo bringen, sondern zugleich die Unverwechselbarkeit der Marke und die fachliche Präzision der Inhalte stützen. Statt einer Schulung für alle wählte botiss darum bewusst zwölf Personen aus, die das Thema als Multiplikatoren in ihre Bereiche tragen.
Die Lösung von snipKI
snipKI setzte den KI-Führerschein als achtwöchiges Programm für diese zwölf Teilnehmenden auf, bewusst breit über sechs Bereiche verteilt: vier Personen aus dem Marketing, drei aus der Geschäftsführung, zwei aus dem Produktmanagement sowie je eine aus IT, Qualitätsmanagement und Regulatory Affairs. Damit saßen in jeder Session die Perspektive der Anwendenden und die der regulatorischen Fachbereiche gemeinsam am Tisch – genau die Konstellation, die botiss für abteilungsübergreifende Workflows brauchte.
Das Format kombinierte vier zweistündige Live-Module mit vier begleitenden einstündigen Consulting-Sessions für offene Fragen, eigene Use Cases und konkrete Praxisfälle. Die Module führten von Grundlagen, Prompting und Context Engineering über produktives Arbeiten mit digitalen Assistenten, Datenanalyse und Wissensmanagement bis hin zu Multimedia, dem Bauen eigener Lösungen ohne Programmierkenntnisse sowie agentischer Recherche und Prozessautomatisierung. Ergänzt wurde das Programm um eine Session mit einem Rechtsanwalt zu den rechtlichen Leitplanken und um eine abschließende Bonus-Session.
Kern des Programms waren die Mikroaufgaben. Jede teilnehmende Person erhielt individuell auf ihre Rolle zugeschnittene Praxisaufgaben, abgeleitet aus einem detaillierten Rollenfragebogen und einem 90-minütigen Onboarding-Call mit der Marketingleitung. Eine Brainstorming-Aufgabe sah für den CEO anders aus als für den Grafikdesigner oder die Kollegin aus dem Qualitätsmanagement. Als zentrales Werkzeug diente Claude, auf das botiss zum Programmstart umgestellt hatte. Über einen Chat in der Führerschein-Plattform stand dem Team durchgehend ein Ansprechpartner zur Verfügung.
Implementierung im Alltag
Die Teilnehmenden setzen das Gelernte quer durch die Fachbereiche ein:
- Meeting-Protokolle aus Transkripten: Aufzeichnungen aus Teams werden an Claude übergeben und in fertige Protokolle inklusive Aufgabenzuordnung überführt — bei botiss heute der Standard nach Besprechungen.
- Zulassungshub: Ein Werkzeug zur Strukturierung der komplexen, länderspezifischen Zulassungsanforderungen, die für ein Medizinprodukteunternehmen mit über 100 Märkten den Go-to-Market bestimmen.
- Vibe-Coding im Marketing: Landingpages und Mockups entstehen im Team selbst und gehen als belastbare Vorlage in die Abstimmung mit den Entwicklern.
- E-Mail-Assistent: Automatisierte Vorsortierung und Priorisierung des Posteingangs.
- Automatisierte Marktbeobachtung: Ein wöchentliches Marktbriefing über n8n, ergänzt um punktuelle Recherchen.
- Deep Research und Wettbewerbsanalyse: Systematische Recherchen zu Wettbewerbern und Zielmärkten.
- Daten- und Listenarbeit: Auswertungen und Analysen in Excel, etwa von Sales-Reports.
- Claude-Projekte für Kampagnen: Eigene Projekträume je Themenfeld, in denen Ideen, Bildwelten und Content gemeinsam entwickelt werden.
Parallel dazu entwickelte das Team ein gemeinsames Verständnis dafür, wo KI unterstützt und wo die Verantwortung beim Menschen bleibt. In ihrem KI-Manifest hielten die Teilnehmenden fest, dass KI als Sparringspartner arbeitet: Kein Dokument und keine E-Mail verlässt das Haus ungeprüft, Freigabeprozesse gelten unverändert weiter. Für ein Unternehmen mit den regulatorischen Anforderungen von botiss ist das genau die Leitplanke, die den produktiven Einsatz trägt.
